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Рубрика "Немецкий? Легко!" - WIE DEUTSCHLAND FUNKTIONIERT

Преподаватель нашей школы Мария Попович продолжает вести рубрику Немецкий? Легко!

 Geben und Nehmen

 Nicht nur an Weihnachten – Geschenke haben eine lange Tradition. Warum eigentlich? Und wie und wem schenken die Deutschen etwas? Es gibt mehr als nur eine Antwort auf diese Fragen.

Sommer 2010. Immer wieder kommen Briefumschläge. Außerdem manchmal ein kleines Päckchen. Gebracht hat diese nicht der Postbote. Nein, die Menschen aus dem Dorf sind selbst gekommen. Auch wenn die Empfänger nicht da sind. Das sind nämlich mein Freund und ich. Wir heiraten in ein paar Wochen in der kleinen Kirche im Heimatdorf meines Freundes. Und die Tradition im Dorf will es, dass die Leute Geschenke bringen. Für die Mutter meines Freundes ist das viel Arbeit. Denn jeder Schenkende bekommt traditionelles Gebäck und eine kleine Flasche Sekt. Aber das ist noch nicht alles:  Jetzt muss sie noch notieren, wie viel Geld in jedem Briefumschlag war. Wenn in ein paar Jahren ein Kind des Absenders heiratet, muss man nämlich genau die gleiche Summe schenken. 

„Das ist eigentlich traurig“, sagt der Soziologe Holger Schwaiger. „Bei einer Hochzeit geht es um Liebe und Sympathie. Hier soll man schenken, weil man sich freut. Und nicht, weil man sich verpflichtet fühlt.“ Der 47-Jährige weiß, wovon er spricht: Er hat ein Buch über das Schenken geschrieben. Genauer: über das Schenken aus der Perspektive der Kommunikationstheorie.

Denn Schenken ist Kommunikation. Gebe ich jemandem ein Geschenk, sage ich damit etwas. Eine rote Rose für die Frau kann man mit „Ich liebe dich“ übersetzen. Das Familienbild für die Oma so: „Wir denken an dich und wollen durch das Foto immer bei dir sein.“ Geschenke sollen an den Schenkenden erinnern. Man will präsent sein. Nicht umsonst ist „Präsent“ ein Synonym für Geschenk.

Aber Geschenke sind nicht nur positiv. „Wenn jemand zum Beispiel einem Kollegen ein Deodorant schenkt, dann versteht der das als Kritik“, erklärt Schwaiger. „Da ist dann nämlich die Botschaft dabei: Du riechst unangenehm.“

Aber auch sonst kann es Missverständnisse geben, wenn man das Falsche schenkt. Eine Flasche Rotwein zum Beispiel. Die bringt man in Deutschland gern mit, wenn man eingeladen ist. „Aber ich zum Beispiel trinke keinen Alkohol“, sagt Schwaiger. „Das ist für mich also keine gute Geschenkidee.“ Über dieses Problem kann man dann aber sprechen. „Dann weiß der andere Bescheid, und es gibt keine Missverständnisse mehr“, erklärt der Soziologe. Natürlich sollte man in so einer Situation diplomatisch reagieren und nicht gleich an der Haustür sagen: „Das ist aber nichts für mich und eine total dumme Idee!“

Denn natürlich meinen es die Schenkenden meistens gut. Und eigentlich macht man mit einer Flasche Wein in Deutschland fast nie etwas falsch. Auch ein Strauß Blumen ist typisch und funktioniert immer. „Es ist immer eine nette Geste, etwas mitzubringen, wenn man eingeladen ist“, sagt Schwaiger. „Das zeigt, dass man sich über die Einladung freut. Und was man dann genau mitbringt, ist eigentlich nebensächlich.

Schenken ist in jeder Kultur aber nicht nur ein individueller Akt. Es kann auch ein religiöses Ritual sein. Oder auch politische Motive haben. So haben Monarchen oder Politiker schon immer Geschenke aus anderen Ländern bekommen. Und auch in archaischen Gesellschaften haben Menschen etwas abgegeben. Das war eine gute Methode, um Allianzen zu schmieden.

Denn: „Wer Gaben nimmt, der ist nicht frei.“ Dieses alte deutsche Sprichwort macht deutlich: Bekommt man etwas, dann muss man auch etwas zurückschenken. Genau nach diesem Mechanismus funktioniert auch Bestechung: Ich gebe zum Beispiel einem Beamten etwas, damit er meine Dokumente nicht so genau kontrolliert. Früher war das vielleicht eine passende Methode. Aber heute sind Geschenke für Beamte in Deutschland keine gute Idee mehr. Denn Bestechung wird nicht akzeptiert – und ist strafbar. Für Beamte gelten strenge Regeln. Wenn sie überhaupt Geschenke annehmen dürfen, dann dürfen diese nur wenige Euro wert sein. Das gilt auch für Lehrer, in Krankenhäusern, bei Polizei und Feuerwehr.

Bei Weihnachtsgeschenken an die Familie gibt es das Problem natürlich nicht. Und da sparen die Deutschen nicht. Im Vergleich mit anderen Ländern geben sie hohe Summen aus. Dieses Jahr rechnen Experten mit 266 Euro pro Person, wahrscheinlich wieder für Klassiker, wie Bücher, Spielzeug und Kleidung. Natürlich in einer hübschen Verpackung.

„Die Verpackung ist ein starkes Symbol. Sie versteckt den materiellen Wert“, erklärt Soziologe Schwaiger. „Ein bisschen magisch ist sie auch. Und sie zeigt: Ich werfe dir das Geschenk nicht vor die Füße.“ Eigentlich gibt es in Deutschland nur ein Geschenk, bei dem eine Verpackung vor dem Schenken aufgemacht wird: Blumen. Nur wenn es eine durchsichtige Folie ist, bleibt sie zur Dekoration dran. Der Beschenkte soll das „Gesicht der Blumen“ sehen. Das ist logisch. Denn welche Verpackung kann schöner sein als ein großer Strauß roter Rosen?

Deutsch perfekt 1 / 2017  

 

 

 

 

 

 


 

 

 

Aufgaben

1.  Was passt? Verbinden Sie.

Brief

idee

Sprich

umschlag

Geschenk

theorie

Kommunikations

wein

Rot

dorf

Heimat

wort

2. Finden Sie alle Nomen im Genetiv. 

3.  Wählen Sie die richtige Präposition.

über,an,über,bei

-        Ich denke sehr oft ...meinen Opa. Der war wirklich ein kluger Mann.

-        … dieses Buch kann man stundenlang sprechen.

-        ...der Feier habe ich viele Leute kennengelernt.

-        Ich habe eine Einladung bekommen und ich freue mich sehr dar…

Комментарии   

 
0 # Мария Попович 27.02.2017 22:52
Aufgaben
1. Was passt? Verbinden Sie.
Lösung: Briefumschlag, Sprichwort, Geschenkidee, Kommunikationst heorie, Rotwein, Heimatdorf

2. Finden Sie alle Nomen im Genetiv.
Lösung: meines Freundes, des Absenders, der Kommunikationst heorie, roter Rosen

3. Wählen Sie die richtige Präposition.
Lösung: an, über,bei,über
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